HOME / THEMEN / BAUERNVERBÄNDE
Agrarpolitisches Forum
Die Agrarpolitischen Foren, welche gemeinsam mit den Mitteldeutschen Bauernverbänden als ideellen Trägern der agra organisiert werden, zählen seit vielen Jahren zu den prägenden Formaten der agra Landwirtschaftsausstellung.
Sie bieten Raum für den direkten Austausch zwischen Landwirtschaft, Politik, Wissen- schaft und Verbänden und greifen zentrale wirtschaftliche und gesellschaftliche Fragestellungen der Branche auf.
Erstmals finden die Foren 2026 an drei Messetagen statt. Damit wird der politischen und wirtschaftlichen Einordnung aktueller Entwicklungen ein noch größerer Stellenwert eingeräumt. Im Mittelpunkt stehen europäische und nationale Rahmenbedingungen, die Bewertung agrarpolitischer Weichenstellungen sowie konkrete Entlastungs- und Zukunftsperspektiven für die mitteldeutsche Landwirtschaft.
Mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verbänden und Wissenschaft unterstreichen die Agrarpolitischen
Foren den Anspruch der agra, nicht nur Ausstellungsplattform, sondern zugleich Ort der fachlichen Orientierung und politischen Standortbestimmung zu sein.
Agrarpolitisches Forum Europa
Donnerstag, 09.04.2026 – 14:00 bis 15:30 Uhr Mehrzweckfläche 4, Ebene 0, CCL
„Die Europäische Agrarpolitik heute und morgen gemeinsam wettbewerbsfähig, produktiv und widerstandsfähig gestalten“
Die europäische Agrarpolitik (GAP = gemeinsame Agrarpolitik) spielt für die Landwirtschaft in Deutschland, konkret hier in Ost- und Mitteldeutschland eine zentrale Rolle. Sie gibt wesentliche Rahmenbedingungen für die landwirtschaftliche Produktion, die Umwelt und die ländliche Entwicklung vor und ist Grundlage in der Folge auch des Deutschen Agrarrechts.
Diskutiert werden sollen die Themenbereiche:
Verteilung der EU Agrarsubventionen aktuell und in der Zukunft
- Perspektiven der Finanzierung der Europäischen Agrarpolitik – wie geht es generell weiter und
wo kommt das Geld künftig für die Landwirtschaft her? - ist der Plan eine Reduzierung der Auflagen aus Brüssel oder nicht; wer bestimmt in der Zukunft
die deutsche Agrarpolitik, Brüssel oder Berlin? - wie soll die Einkommenswirksamkeit der europäischen Agrarzahlungen für alle Betriebsformen
(unterschiedliche Größen, konventionell/ökologisch, Ackerbau, Viehzucht etc. abgesichert
werden? - wie wird GAP nach 2027 aussehen und wie kann Deutschland sich darauf vorbereiten?
Handelsabkommen und Marktzugang, Weltmarktpreise und Marktvolatilität, Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft
- Europäische Agrarpolitik am Weltmarkt – wie stärken wir die strategische
Ernährungssicherheit in Europa? - Handelsliberalisierung versus Schutz der heimischen Landwirtschaft; wie wird reagiert?
- was konkret bedeuten WTO-Abkommen, EU-Freihandelsabkommen und regionale Abkommen für unsere Landwirtschaft?
Die Zukunft der europäischen Landwirtschaft generell und mit ihren Auswirkungen auf die deutsche Landwirtschaft, hinsichtlich Digitaler Transformation und Innovationen, Nachwuchsgewinnung, Klimawandel und Resilienz der Landwirtschaft, Tierwohl und die wirtschaftlichen Machbarkeiten, Zukunft der ländlichen Räume
Moderation: Heike Zeller
Podiumsteilnehmer:
- Christophe Hansen, EU Agrar Kommissar
- Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes
- Torsten Krawczyk, Präsident des Sächsischen Bauernverbandes und Vizepräsident
des Deutschen Bauernverbandes - Dr. Anna Catharina Voges, Gesellschafterin der Saat Gut Plaußig Voges KG;
Vizepräsidentin des DLG e.V.
Agrarpolitisches Forum Bund 2026
Freitag, 10.04.2026 – 13:00 bis 14:30 Uhr (max. 15:00 Uhr) Mehrzweckfläche 4, Ebene 0, CCL
Ein Jahr nach der Bundestagswahl – eine Standortbestimmung
Die Landwirtschaft in Deutschland steht im Spannungsfeld zwischen starkem ökonomischen Druck, Agrar-, Tierhaltungs- und Umweltauflagen sowie den gesellschaftlichen Erwartungen. Unsere Landwirtschaft soll weltweit mit die höchsten Standards erfüllen und trägt mit Personalkosten, die 30 % über dem EU Durchschnitt liegen und Energiekosten, die 12 % über dem EU Durchschnitt liegen enorme Kostenlasten im internationalen Wettbewerb.
Wie sollen die deutschen Landwirte so den niedrigeren Wettbewerbspreise der globalen Märkte entsprechen?
Das ist eine Situation, die zu immer weniger Betrieben, immer weniger Tierhaltung in Deutschland und dadurch auch zu einer Gefährdung der ländlichen Räumen und der Versorgungssicherheit führt.
Diskutiert werden sollen die Themenbereiche:
- Bundesdeutsche Agrarpolitik – wo steht die Koalition, was sind die aktuellen Ziele?
- Zukunftsideen für die deutsche Landwirtschaft – haben wir ein Zukunftsbild und wie sieht es aus?
- Diskussionspunkt Agrarsubventionen: Geld für mehr Umweltschutz oder für Versorgungssicherheit und bäuerliche Einkommenssicherung; Geld nur noch für kleine Betriebe?
- Bürokratieabbau, Deregulierung oder gleich Auflagenreset: wie schaffen wir mehr Vertrauen in Regierungshandeln?
- Schwierige Marktaussichten bei vielen Produkten; Abhängigkeit von weniger Kulturen wie Mais, Weizen, Raps – wie sichern wir die Finanzen auf den Betrieben?
- Generationswechsel in der Landwirtschaft, Politik für die Betriebsnachfolger – harte Arbeit, ein Leben für den Hof, unsichere Einkommenslage: was kann getan werden, um mehr junge Menschen für die Landwirtschaft zu gewinnen
- Handelsabkommen und deren Chancen und Risiken für die deutsche und europäische Landwirtschaft
Moderation: Heike Zeller
Podiumsteilnehmer:
- Silvia Breher, Parlamentarische Staatssekretärin im BMLEH
- Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes
- Olaf Feuerborn, MdL, Präsident des Bauernverbandes Sachsen – Anhalt für die
ostdeutschen Bauernverbände - Lars Lindemann, Leiter Bereich Geschäftskunden der DKB
- Christian Teppe, Fachanwalt für Agrarrecht und Content Creator
Das Agrarpolitische Forum zu Mitteldeutschen Themen
Samstag, 11.04.2026 – 11:00 bis 12:30 Uhr; Mehrzweckfläche 4, Ebene 0, CCL
„Entlastung für die Mitteldeutsche Landwirtschaft – gibt es konkrete Ansätze?“
Die Landwirtschaft in Deutschland steht im Spannungsfeld zwischen starkem ökonomischen Druck, Agrar-, Tierhaltungs- und Umweltauflagen sowie den gesellschaftlichen Erwartungen. Unsere Landwirtschaft soll weltweit mit die höchsten Standards erfüllen, trägt aber enorme Kostenlasten im internationalen Wettbewerbsvergleich. Diese Problematiken gelten ebenso für Ost- und Mitteldeutschland. Doch es gibt auch Unterschiede. Viele Betriebe sind größer als in den westlichen Bundesländern und haben eine andere Geschichte. So könnten ostdeutsche Betriebe erhebliche Nachteile aufgrund ihrer Größe bei der zukünftigen EU Förderpolitik bekommen.
Mit Staatssekretärin Silvia Breher sollen folgende Fragen diskutiert werden:
- Landwirtschaftspolitik wird zu einem großen Teil in den Bundesländern umgesetzt. Wo sehen Sie aktuell die größten agrarpolitischen Herausforderungen in Ihrem Bundesland?
- Zwischen europäischen Vorgaben und bundespolitischen Rahmenbedingungen bleibt für die Länder oft nur begrenzter Spielraum. Wo wünschen Sie sich mehr Kompetenzen oder Flexibilität für die Länder in der Agrarpolitik?
- Strukturwandel und Betriebsaufgaben betreffen viele Regionen. Welche Strategien verfolgen die Bundesländer, um eine vielfältige Landwirtschaft und lebendige ländliche Räume zu erhalten?
- Tierhaltung steht gesellschaftlich wie wirtschaftlich unter starkem Druck. Welche Perspektiven sehen Sie für die Tierhaltung in Ihrem Bundesland – und wie kann der Umbau realistisch gelingen?
- Landwirtschaft, Natur- und Klimaschutz sollen stärker zusammengedacht werden. Wie schaffen die Bundesländer einen Ausgleich zwischen Produktionsinteressen der Landwirtschaft und steigenden Umweltanforderungen?
- Genehmigungsverfahren, Dokumentationspflichten und Förderprogramme werden von Betrieben oft als sehr komplex wahrgenommen. Wo sehen Sie auf Landesebene konkrete Möglichkeiten für Bürokratieabbau?
- Extremwetter, Wasserverfügbarkeit und Klimaanpassung betreffen die Landwirtschaft zunehmend. Welche Maßnahmen planen die Bundesländer, um landwirtschaftliche Betriebe widerstandsfähiger zu machen?
- Nachwuchs und Fachkräfte fehlen vielerorts in der Landwirtschaft. Wie können die Bundesländer junge Menschen stärker für landwirtschaftliche Berufe und Hofnachfolgen gewinnen?
- Regionale Wertschöpfung gewinnt politisch an Bedeutung. Welche Rolle können Länderpolitik und regionale Programme spielen, um Vermarktung, Verarbeitung und regionale Kreisläufe zu stärken?
Moderation: Christian Teppe, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Agrarrecht und Content Creator
Podiumsteilnehmer:
- Georg Ludwig von Breitenbuch, Staatsminister Sachsen
- Gerd Zender, Staatssekretär Sachsen-Anhalt
- Marcus Malsch, Staatssekretär Thüringen
- Dr. Klaus Wagner, Präsident des Bauernverbandes Thüringen für die Ostdeutschen Bauernverbände
- Nikola Steinbock, Sprecherin des Vorstandes der Landwirtschaftlichen Rentenbank



